Ausbildungsübersicht

Seit dem Bestehen der August-Bebel-Schule absolvieren Auszubildende des Maler- und Lackiererhandwerks sowie die Fahrzeuglackierer hier erfolgreich ihre dreijährige Berufsschulzeit. Unter bestimmten Voraussetzungen ist eine Verkürzung der Ausbildungsdauer möglich. Seit Inkrafttreten der neuen Ausbildungsverordnung vom besteht auch die Möglichkeit zur zweijährigen Ausbildung "Bauten- und Objektbeschichter/in". Für Maler und Lackierer/innen müssen zu Beginn der Ausbildung eine der drei Fachrichtungen Gestaltung und Instandhaltung, Kirchenmalerei und Denkmalpflege oder Bauten- und Korrosionsschutz gewählt werden, für die eine Spezialisierung im 3. Ausbildungsjahr beginnt. Zusätzlich zur dreijährigen Ausbildung im Handwerksbetrieb und in der Berufsschule findet in jedem Jahr ein Lehrgang an einer über-betrieblichen Ausbildungsstätte statt. Im ersten Lehrjahr umfasst dieser zwei Wochen, im zweiten und im dritten Lehrjahr jeweils drei Wochen.

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Prüfung

Die Prüfungen erfolgen bundeseinheitlich. Nach dem 2. Jahr erfolgt eine theoretische und praktische Zwischenprüfung. Die Ausbildung endet mit der theoretischen Prüfung in der Berufsschule und der praktischen Prüfung in Berufsbildungszentren bzw. in Räumlichkeiten der August-Bebel-Schule. Dabei ist die Kooperation mit der Malerinnung für die Stadt und den Kreis Offenbach gut, alle Lehrer des berufsbezogenen Unterrichts wirken als Lehrerbeisitzer im Gesellenprüfungsausschuss mit.

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Unterrichtsorganisation

Der Berufsschulunterricht findet im ersten Ausbildungsjahr an 2 Tagen pro Woche, in den anschließenden Halbjahren an einem Tag pro Woche statt. Ein Berufsschultag dauert zwischen 6 und 8 Stunden. Im zweiten und dritten Lehrjahr finden pro Halbjahr zwei bis drei Blockwochen statt, in denen Projekte fachpraktisch in der Maler- und Lackiererwerkstatt umgesetzt werden. Für Lernschwache kann der Unterricht freiwillig und kostenlos durch Angebote außerschulischer Einrichtungen wie Lernwerkstätten und Ausbildungsbegleitende Hilfen (AbH) ergänzt werden.

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Didaktische Ziele

Inhaltlich ist der Berufsschulunterricht in Lernfeldern organisiert. Das Ziel der neu geordneten Berufsausbildung ist die Hinführung zum selbstständigen Planen, Durchführen und Kontrollieren eines Kundenauftrages. Die Übertragung der Verantwortung ist ein wesentliches Prinzip des handlungsorientierten Unterrichts im Sinne der Lernfelddidaktik nach der neuen Ausbildungsverordnung. Diese berücksichtigt die veränderten Wettbewerbsbedingungen im Handwerk, nach denen die Auszubildenden des Maler- und Lackiererhandwerks zunehmend Arbeitsprozesse selbstständig planen, Verantwortung übernehmen, Entscheidungen z.B. über die Materialauswahl selbst treffen und Kunden kompetent beraten. In dem von Lehrerteams gemeinsam geplanten Unterricht wird ein Bezug zu konkreten und komplexen beruflichen Handlungs- und Tätigkeitsfeldern aus dem Lackierer- und Malerhandwerk hergestellt. Großen Wert wird daher auf die Kooperation mit den Betrieben gelegt.

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Unterrichtsinhalte im 1. Lehrjahr

Im ersten Lehrjahr ist der Unterricht für die Berufe „Maler und Lackierer” und „Fahrzeuglackierer” identisch. Dieser umfasst neben den allgemeinbildenden Fächern „Deutsch”, „Politik und Wirtschaftskunde”, „Sport” und „Religion” mit jeweils einer Wochenstunde zwei berufsbezogene Unterrichtsfächer mit den Schwerpunkten „Untergrundbearbeitung” und „Oberflächenbearbeitung”.

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Unterrichtsinhalte im 2. Lehrjahr

Ab dem zweiten Lehrjahr wird der Unterricht nach Ausbildungsberufen getrennt. Sowohl der allgemeinbildende als auch berufsbezogene Unterricht findet in getrennten Fachstufenklassen statt. Dabei werden die Lernfelder vorrangig als fächerübergreifende Lerngebiete im Rahmen auftragsbezogener Unterrichtsprojekte erarbeitet. Der Unterrichtsrhythmus wird von Lehrerteams so organisiert, dass er einzelnen Phasen der Projekte entspricht. Durch die enge Verzahnung zwischen Theorie- und Fachpraxisunterricht können die Schüler Zusammenhänge zwischen theoretischen Inhalten und praktischer Ausführung in Form von Handlungsprodukten herstellen. Eingebunden ist die Nutzung informationstechnischer Medien sowie Desktop-Publishing, beispielsweise zur Anfertigung von Dokumentationen mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Computer.

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Bei den Malern sind Themen wie „Oberflächenbearbeitung” und „Installations-, Dämm- und Putzarbeiten” maßgeblich. Oberflächenbearbeitung beinhaltet die Lernfelder "Schutz- und Spezialbeschichtungen ausführen” und „Oberflächen und Objekte bearbeiten und gestalten”. Bei den Fahrzeuglackierern sind „Oberflächenbearbeitung” sowie „Reparaturlackierung und Objektgestaltung” im Rahmenlehrplan festgelegt. Oberflächenbearbeitung umfasst die Lernfelder „Erstbeschichtung ausführen” und „Instandsetzungsmaßnahmen durchführen”. Zum Ende des 2. Ausbildungsjahres ist für die „Maler und Lackierer” sowie für die „Fahrzeuglackierer” die erste Zwischenprüfung festgesetzt. Für den 2-jährigen Ausbildungsberuf „Bauten- und Objektbeschichter/in” ist diese als Abschlussprüfung ausgelegt.

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Unterrichtsinhalte im 3. Lehrjahr

Im dritten Ausbildungsjahr der Lehrzeit beschäftigen sich die Schüler mit verschiedensten Sondertechniken, die freie und individuelle Gestaltung wird zum wesentlichen Unterrichtsinhalt.
 
Bei den Malern liegt der Schwerpunkt auf der Gestaltung von Innenräumen und Fassaden, der Instandsetzung von Objekten sowie der Ausführung dekorativer und kommunikativer Gestaltungen. Ästhetisch anspruchsvolle Strukturen von Innenwänden erzeugen Maler beispielsweise mit traditionellen Applikationsmethoden, wie dem La-sieren und Stupf- Wisch- und Wickeltechniken. Unterstützt wurde der Unterricht bisher von regional ansässigen Herstellern, beispielsweise durch eintägige Studienfahrten, bei denen Schüler dekorative Innenwandtechniken erproben konnten. In diesem Zusammenhang wurden Gestaltungsentwürfe angefertigt sowie Farbkonzepte entwickelt.
 
Bei den Fahrzeuglackierern stehen neben der Aufbereitung und Gestaltung von Oberflächen und Objekten die Anwendung von Lackierverfahren sowie die Ausführung von Design- und Effektlackierungen im Vordergrund. Für die Ausführung von Effektlackierungen stehen Fahrzeuglackierern die moderne Ausstattung der Fachpraxiswerkstatt mit nebelreduzierten Spritzsystemen und Kombikabine zur Verfügung.

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Kontakt

Sekretariat:
August-Bebel-Schule Offenbach
Richard-Wagner-Straße 45
63069 Offenbach am Main
Telefon 0 69/83 83 42-0
Fax 0 69/83 83 42-42

oder bei der Abteilungsleiterin:
Frau StDin Dr. Tanja Dettmering
dettmering [at] august-bebel-schule.de